GLOSSAR

Begriffe der industriellen Produktkonfiguration

Definition, Abgrenzung und englische Entsprechung

Das Glossar schafft eine gemeinsame Sprache über Vertrieb, Produktmanagement, Engineering, IT und Operations. Es trennt Begriffe, die im Alltag häufig vermischt werden, und ordnet sie in den Gesamtzusammenhang ein.

STRUKTURPRINZIP

Das Glossar ist keine lose Sammlung von Abkürzungen. Es bildet die fachliche Ordnung der Plattform: Produktlogik, Prozessklassen, Strukturen, Systeme, Parametrierung, Visualisierung, Datenformate, Pricing, Analytics und Governance.

A–Z

Alphabetischer Schnellindex

Der Schnellindex führt direkt zur jeweiligen Definition. Die Ankerkennungen sind verbindlich und bleiben für interne Verweise und spätere Redirects stabil.

01

Grundbegriffe und Konfiguration

18 Begriffe

AngebotskonfigurationEN: Quote configuration

Regelgestützte Zusammenstellung eines Angebots aus Produkten, Leistungen, Preisen, Bedingungen und Dokumenten. Sie kann technische Konfiguration enthalten, ist aber nicht mit ihr gleichzusetzen.

AusprägungEN: Characteristic value / option value

Zulässiger Wert eines Merkmals, beispielsweise 400 V, Edelstahl oder 2.000 mm. Ausprägungen benötigen Gültigkeit, Einheit, Sprache und gegebenenfalls eine technische Codierung.

ConstraintEN: Constraint

Formale Einschränkung des Lösungsraums. Ein Constraint beschreibt, welche Kombinationen zulässig, unzulässig oder nur unter Bedingungen möglich sind.

CPQEN: Configure, Price, Quote

System- und Prozesskonzept zur Konfiguration, Preisfindung und Angebotserstellung. Im industriellen Umfeld reicht CPQ je nach Systemklasse von vertriebsnaher Angebotsautomation bis zur tiefen Produkt- und Stücklistenlogik.

Guided SellingEN: Guided selling

Geführte Ermittlung von Bedarf, Anwendung und geeigneter Lösung aus Kundensicht. Guided Selling ordnet den Einstieg in den Lösungsraum; es ersetzt nicht die technische Baubarkeitsprüfung.

High-Level-KonfigurationEN: High-level configuration

Konfiguration auf Produkt-, Funktions- oder Leistungsniveau, ohne unmittelbar jede Stücklistenposition zu bestimmen. Die technische Ableitung kann in einem späteren Schritt oder einem anderen System erfolgen.

KonfigurationsergebnisEN: Configuration result

Gesamtheit der freigegebenen Merkmalswerte, Regelnachweise, Preise, Strukturen und Dokumente eines Konfigurationslaufs. Es muss versionierbar und bei Bedarf historisch reproduzierbar sein.

KonfigurationsstringEN: Configuration string

Kompakte technische Darstellung einer Konfiguration, häufig als Code oder Folge von Merkmal-Wert-Paaren. Ohne referenzierten Modell- und Versionsstand ist er nicht dauerhaft eindeutig.

MerkmalEN: Characteristic / feature

Beschreibendes oder steuerndes Attribut eines Produkts, einer Anwendung oder eines Prozesses. Vertriebsmerkmale, technische Klassenmerkmale und Berechnungsparameter haben unterschiedliche Rollen und dürfen nicht unbesehen vermischt werden.

One-Touch-KonfigurationEN: One-touch configuration

Zielbild eines durchgängigen Prozesses, bei dem eine fachlich gültige Konfiguration ohne erneute manuelle Erfassung in nachgelagerte Ergebnisse überführt wird. One Touch bedeutet nicht zwingend ein einziges System.

ProduktkonfigurationEN: Product configuration

Regelgestützte Auswahl und Kombination zulässiger Produktbestandteile oder Merkmalswerte. Sie erzeugt eine konkrete Lösung innerhalb eines definierten Variantenraums.

ProduktkonfiguratorEN: Product configurator

Softwarekomponente zur geführten oder regelbasierten Produktkonfiguration. Der Begriff sagt noch nichts über Systemklasse, Prozessnähe, Pricing, Engineering-Tiefe oder Ergebnisobjekte aus.

ProduktmodellEN: Product model

Formale Beschreibung von Merkmalen, Regeln, Strukturen, Berechnungen, Gültigkeiten und Ableitungen eines konfigurierbaren Produkts. Das Produktmodell ist ein langfristiger Vermögenswert und nicht lediglich Inhalt einer Benutzeroberfläche.

RegelwerkEN: Rule set / knowledge base

Gesamtheit der formalen Produkt-, Prozess-, Preis- und Ableitungsregeln. Pflege, Test, Freigabe, Versionierung und Verantwortlichkeit bestimmen seine langfristige Beherrschbarkeit.

Solution ConfigurationEN: Solution configuration

Konfiguration einer übergeordneten Lösung aus mehreren Produkten, Services oder Teilsystemen. Sie umfasst häufig Abhängigkeiten, Mengen, Topologie und gemeinsame Leistungsbedingungen.

VariantenkonfigurationEN: Variant configuration

Konfiguration innerhalb eines vorstrukturierten Variantenraums. In ERP-Kontexten bezeichnet der Begriff häufig die regelbasierte Ableitung von Materialien, Stücklisten und Arbeitsplänen.

VariantenraumEN: Solution space / variant space

Menge aller durch Merkmale, Regeln und Strukturen beschreibbaren zulässigen Lösungen. Ein großer mathematischer Variantenraum ist nicht automatisch ein wirtschaftlich sinnvolles Angebot.

VertriebskonfigurationEN: Sales configuration

Konfiguration aus Sicht von Kunde, Anwendung und Vertrieb. Sie arbeitet mit verständlichen Merkmalen und muss technische Produktlogik zuverlässig übersetzen, ohne sie zu verfälschen.

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02

Produkt- und Prozessklassen

9 Begriffe

ATOEN: Assemble to Order

Montage aus vorgefertigten Komponenten nach Auftragseingang. Die Konfiguration beeinflusst vor allem Zusammenstellung und Endmontage.

CTOEN: Configure to Order

Auftragsspezifische Konfiguration aus industrialisierten, regelbasiert kombinierbaren Modulen und Optionen. Engineering ist begrenzt oder bereits in Baukasten und Regeln vorweggenommen.

CTO+EN: Configure to Order Plus

CTO mit definierten, wiederkehrenden Engineering- oder Industrialisierungsanteilen. Die Grenze zu ETO muss über Trigger, Freigaben und Ergebnisobjekte bewusst gesteuert werden.

ETOEN: Engineer to Order

Kundenspezifische Entwicklung nach Auftragseingang. Wiederverwendung und Konfiguration können Teil des Prozesses sein, ersetzen aber nicht die notwendige Engineering-Leistung.

KundenkopplungspunktEN: Customer decoupling point

Zeitpunkt, an dem ein konkreter Kundenauftrag die weitere Produkt- oder Prozessausprägung bestimmt. Seine Lage beeinflusst Bestand, Lieferzeit, Konfigurationsumfang und Prozessklasse.

Late ConfigurationEN: Late configuration / postponement

Möglichst späte Festlegung kundenrelevanter Varianten, um Standardisierung und Flexibilität zu verbinden. Voraussetzung sind geeignete Module, Daten, Prozesse und klare Übergabepunkte.

MTOEN: Make to Order

Fertigung nach Auftrag, meist auf Basis definierter Produkte und Prozesse. MTO kann konfigurierbar sein, ist aber nicht automatisch CTO.

MTSEN: Make to Stock

Fertigung auf Lager nach Prognose. Die marktseitige Auswahl erfolgt aus bereits definierten und verfügbaren Produkten.

PTOEN: Pick to Order

Auswahl fertiger, bereits definierter Artikel oder Leistungen für einen Auftrag. Regeln unterstützen die Auswahl, ohne das Produkt selbst neu zu konfigurieren.

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03

Produktarchitektur und Strukturen

15 Begriffe

100-%-StücklisteEN: 100% bill of materials

Auftragsspezifische, vollständig aufgelöste Stückliste für eine konkrete Konfiguration. Sie ist ein Ergebnis, nicht die führende Beschreibung des gesamten Variantenraums.

150-%-Struktur / MaxBOMEN: 150% structure / maximum BOM

Übergeordnete Struktur, die alle grundsätzlich möglichen Komponenten oder Alternativen enthält. Regeln und Gültigkeiten bestimmen, welche Elemente in einer konkreten 100-%-Sicht erscheinen.

BaukastenEN: Modular product kit

Geordneter Vorrat wiederverwendbarer Module, Bausteine und Schnittstellen. Ein Baukasten ist weder automatisch eine Plattform noch allein eine Architektur.

BOP / ArbeitsplanEN: Bill of Process / routing

Beschreibung der notwendigen Fertigungs- oder Montageschritte, Ressourcen und Reihenfolgen. Bei Variantenprodukten kann der BOP regelbasiert aus Produkt- und Prozessmerkmalen abgeleitet werden.

eBOMEN: Engineering bill of materials

Entwicklungssicht der Produktstruktur. Sie folgt technischen Funktionen und Konstruktion und ist nicht automatisch identisch mit der Fertigungs- oder Vertriebssicht.

MaterialpositionEN: Material line item

Position, die ein Material, Teil oder eine operative Einheit repräsentiert. Sie kann preiswirksam sein, muss aber nicht mit einer Preisposition übereinstimmen.

MaterialvarianteEN: Material variant

Als Material oder Artikel geführte konkrete Ausprägung eines Variantenprodukts. Ihre Bildung und Pflege müssen mit Produktmodell, Klassifikation und Lifecycle abgestimmt sein.

mBOMEN: Manufacturing bill of materials

Fertigungssicht der Stückliste. Sie bildet werk-, prozess- und montagegerechte Strukturen ab und kann aus eBOM oder Maximalstrukturen abgeleitet und ergänzt werden.

Modulare ProduktarchitekturEN: Modular product architecture

Regelsystem für die Gliederung eines Produkts in Module, Schnittstellen und Gültigkeiten. Sie bestimmt, wie Vielfalt erzeugt und Wiederverwendung organisatorisch nutzbar wird.

ModularisierungEN: Modularization

Strategischer Entwicklungsprozess, der Marktanforderungen in eine wiederverwendbare Produktlogik übersetzt. Die Methode wird auf wuepping.com vertieft; im Glossar dient der Begriff der Einordnung.

PlattformEN: Product platform

Gemeinsamer technischer oder funktionaler Kern mehrerer Produkte oder Produktfamilien. Plattform, Baukasten und modulare Architektur beschreiben unterschiedliche, aufeinander bezogene Ebenen.

PreispositionEN: Price line item

Kaufmännische Position, auf der Preis, Rabatt oder Marge ausgewiesen werden. Eine Preisposition kann mehrere Materialpositionen bündeln oder als Leistung ohne eigenes Material auftreten.

ProduktarchitekturEN: Product architecture

Zuordnung von Funktionen, Bausteinen, Schnittstellen und Varianz im Produkt. Sie bildet die Brücke zwischen Marktangebot, Modularisierung, Produktmodell und operativen Strukturen.

ProduktvarianteEN: Product variant

Markt- oder kundenseitig unterscheidbare Ausprägung eines Produkts. Sie muss nicht zwingend als eigener Materialstamm geführt werden.

Sales BOMEN: Sales bill of materials

Vertriebsnahe Struktur, die kunden- und angebotssichtbare Positionen ordnet. Sie kann von eBOM, mBOM und Preisstruktur abweichen.

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04

Systeme, Daten und Integration

21 Begriffe

APIEN: Application programming interface

Definierte technische Schnittstelle für Funktionen und Daten. Eine API beschreibt Erreichbarkeit und Struktur; fachliche Semantik, Versionierung und Verantwortung müssen zusätzlich geregelt werden.

BMEcatEN: BMEcat

Standardisiertes XML-basiertes Austauschformat für elektronische Produktkataloge im B2B-Umfeld. Es transportiert katalogorientierte Daten, ersetzt aber kein technisches Konfigurationsmodell.

CRMEN: Customer relationship management

Systemraum für Kunden, Kontakte, Opportunities, Aktivitäten und Vertriebsprozesse. CRM kann Angebot und CPQ einbetten, ist jedoch nicht automatisch der führende Produktmodellkern.

DAMEN: Digital asset management

Verwaltung von Bildern, Videos, Renderings und weiteren Medien. DAM liefert Medien an PIM, CPQ, Commerce und Dokumentenerzeugung.

DatenhoheitEN: Data ownership / system of record

Verbindliche Festlegung, welches System oder welche Rolle ein Objekt fachlich führt. Datenhoheit ist objektbezogen; ein einziges System für alle Produktinformationen ist weder realistisch noch notwendig.

DatenformatEN: Data format

Technische Struktur zur Darstellung und Übertragung von Daten. Format, Schema, Semantik, Identität, Version und Übertragungsprozess sind getrennte Architekturentscheidungen.

DMSEN: Document management system

System zur Ablage, Versionierung, Freigabe und Recherche von Dokumenten. Nicht zu verwechseln mit Configuration Lifecycle Management.

ECLASSEN: ECLASS

Standard für die strukturierte Klassifikation und Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen. ECLASS-Merkmale unterstützen Austausch und Vergleich, ersetzen aber keine anwendungsspezifische Konfigurationslogik.

ERPEN: Enterprise resource planning

Systemraum für Material, Preis, Auftrag, Beschaffung, Bestand, Fertigung und Finanzprozesse. ERP-nahe Variantenkonfiguration kann ein operativer Kern der Gesamtarchitektur sein.

ETIMEN: Electrotechnical Information Model

Klassifikationsmodell für technische Produkte mit standardisierten Klassen und Merkmalen. Es wird vor allem für Datenaustausch und Kanäle genutzt.

Event-driven IntegrationEN: Event-driven integration

Asynchrone Kopplung über fachliche Ereignisse wie Freigabe, Änderung oder Auftrag. Sie reduziert direkte Abhängigkeiten, verlangt aber eindeutige Ereignisdefinitionen und Fehlerbehandlung.

GraphQLEN: GraphQL

Abfragesprache und Laufzeit für APIs, bei der Clients benötigte Datenstrukturen gezielt anfordern. Für Transaktionen, Versionierung und Governance gelten dieselben fachlichen Anforderungen wie bei anderen API-Stilen.

MDMEN: Master data management

Übergreifende Steuerung zentraler Stammdaten, Identitäten, Dubletten und Verantwortlichkeiten. MDM kann Produkt- und Kundenstämme harmonisieren, führt aber nicht automatisch Konfigurationsregeln.

ODataEN: Open Data Protocol

Offenes Protokoll für standardisierte, webbasierte Datenabfragen und -operationen. Es unterstützt technische Integration, legt aber die fachliche Objektsemantik nicht fest.

PIMEN: Product information management

Führt vermarktungs- und kanalspezifische Produktinformationen wie Texte, Medien, Klassifikationen und freigegebene Merkmale. PIM ist typischerweise nicht das führende System für technische Baubarkeits- und Ableitungslogik, kann jedoch abgeleitete Varianten- und Publikationsdaten empfangen.

PLMEN: Product lifecycle management

System- und Governance-Raum für Produktstrukturen, Dokumente, Varianten, Änderungen, Reifegrade und technische Freigaben. Die konkrete Rolle gegenüber CPQ und ERP hängt von Objekt und Prozess ab.

REST / JSONEN: REST / JSON

Verbreiteter API-Stil und Datenformat für synchrone Webintegration. Technische Einfachheit darf nicht mit fachlicher Eindeutigkeit verwechselt werden.

Single Source of TruthEN: Single source of truth

Prinzip einer eindeutigen führenden Quelle je Objekt oder Aussage. In komplexen Produktarchitekturen gibt es mehrere fachliche Quellen; entscheidend sind klare Zuständigkeiten und kontrollierte Ableitungen.

SOAP / XMLEN: SOAP / XML

Standardisierte Nachrichten- und Serviceintegration mit formalem Vertrag und XML-Strukturen. Sie bleibt in vielen Unternehmensarchitekturen relevant, insbesondere bei stabilen Transaktionen und bestehenden Kernsystemen.

SystemklasseEN: System class

Fachliche Kategorie, die den primären Kern einer Lösung beschreibt. Sie ist keine Rangfolge und sagt nicht, dass ein Produkt ausschließlich dieser Klasse angehört.

WebhookEN: Webhook

Ereignisbasierter HTTP-Aufruf, mit dem ein System ein anderes über Änderungen informiert. Webhooks benötigen Authentifizierung, Wiederholungslogik, Idempotenz und Monitoring.

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05

Parametrierung, Berechnung und Engineering

9 Begriffe

AuslegungEN: Engineering sizing

Bestimmung geeigneter Leistungs-, Geometrie- oder Betriebswerte auf Basis von Anforderungen und Berechnungsmodellen. Auslegung kann Teil der Konfiguration sein, ist aber fachlich mehr als Auswahl.

BerechnungsmodellEN: Calculation model

Formale mathematische oder physikalische Beschreibung zur Ermittlung von Größen, Grenzen oder Leistungswerten. Version und Eingangsparameter müssen mit dem Konfigurationsergebnis verbunden bleiben.

Design AutomationEN: Design automation

Regel- und parameterbasierte Automatisierung wiederkehrender Engineering-Arbeit, einschließlich Berechnung, CAD/ECAD, Zeichnung, eBOM und Dokumentation.

DimensionierungEN: Dimensioning / sizing

Festlegung technischer Größen oder Abmessungen anhand von Lastfällen, Anforderungen und Normen. Sie kann regelbasiert, formelbasiert oder durch Solver unterstützt werden.

Knowledge-Based EngineeringEN: Knowledge-based engineering (KBE)

Formalisierung von Engineering-Wissen in Regeln, Berechnungen, Templates und Ableitungen. KBE verbindet Produktwissen mit automatisierter Konstruktion und Nachweisen.

Parametrische KonstruktionEN: Parametric design

Konstruktion, deren Geometrie und Beziehungen durch Parameter und Abhängigkeiten gesteuert werden. Sie ist nicht identisch mit Produktkonfiguration, kann aber von ihr angesteuert werden.

ParametrierungEN: Parameterization

Einstellung von Parametern an einem definierten Produkt oder Modell. Parametrierung verändert Werte; Konfiguration wählt und kombiniert zulässige Lösungsbestandteile. Beide können zusammenwirken.

Skelett- oder TemplatemodellEN: Skeleton / template model

Wiederverwendbares Engineering-Modell mit Referenzgeometrie, Regeln und Platzhaltern für automatische Ableitungen. Seine Stabilität und Versionsführung sind entscheidend für Design Automation.

SolverEN: Solver

Algorithmische Komponente, die aus Bedingungen und Zielfunktionen zulässige oder optimale Lösungen ermittelt. Ein Solver benötigt transparente Grenzen, nachvollziehbare Ergebnisse und kontrollierte Fallbacks.

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06

Visualisierung, BIM und Dokumente

14 Begriffe

2D-/3D-EchtzeitkonfigurationEN: Real-time 2D/3D configuration

Unmittelbare visuelle Darstellung von Konfigurationsänderungen. Die Visualisierung kann aus Geometrie, Regeln oder vorbereiteten Assets entstehen und muss mit dem technischen Modell synchron bleiben.

AR / VREN: Augmented reality / virtual reality

Erweiterte oder virtuelle Darstellung einer konfigurierten Lösung im Nutzungskontext. Der Nutzen hängt von korrekter Geometrie, Maßstab, Variantenlogik und geeigneter Geräteunterstützung ab.

BIMEN: Building information modeling

Methode zur modellbasierten Zusammenarbeit über Bauwerksobjekte, Eigenschaften und Lebenszyklusinformationen. Für konfigurierbare Bauprodukte sind konsistente Merkmale, Geometrien und Austauschobjekte relevant.

CAD-ErgebnisEN: CAD output

Aus einer Konfiguration oder Auslegung erzeugtes oder parametriertes 2D-/3D-Konstruktionsmodell. Es braucht einen definierten Reifegrad und eine kontrollierte Übergabe an PLM und Engineering.

Digitaler ZwillingEN: Digital twin

Digitales Abbild eines konkreten Produkts oder Systems, das Struktur, Zustand oder Verhalten über den Lebenszyklus verbindet. Ein 3D-Modell allein ist noch kein digitaler Zwilling.

DokumentengenerierungEN: Document generation

Automatische Erstellung von Angeboten, Datenblättern, Zeichnungen, Berichten oder Anleitungen aus strukturierten Daten und Templates. Inhalt, Sprache, Version und Freigabe müssen reproduzierbar sein.

ECAD-ErgebnisEN: ECAD output

Auslegung oder Ableitung elektrischer Schaltpläne, Stücklisten, Klemmenpläne oder weiterer elektrotechnischer Unterlagen aus Konfiguration und Regeln.

glTF / GLBEN: glTF / GLB

Offenes, für effiziente Laufzeitdarstellung entwickeltes 3D-Austauschformat. Es eignet sich für Web- und Echtzeitvisualisierung, nicht als Ersatz für native konstruktive CAD-Semantik.

IFCEN: Industry Foundation Classes

Offenes Austauschschema für BIM-Modelle und Objektinformationen. IFC unterstützt die Übergabe von Geometrie und Eigenschaften, ersetzt jedoch nicht das interne Produkt- oder Konfigurationsmodell.

RenderingEN: Rendering

Erzeugung eines Bildes aus 3D-Geometrie, Materialien, Licht und Kamera. Rendering kann fotorealistisch sein, trägt aber nur dann fachlichen Wert, wenn es die gültige Konfiguration abbildet.

STEP / AP242EN: STEP / AP242

Standardisierter Austausch von Produktmodell- und Geometriedaten zwischen Engineering-Systemen. AP242 adressiert insbesondere modellbasierte 3D-Engineering-Informationen und Lifecycle-Kopplung.

Technisches DatenblattEN: Technical data sheet

Freigegebenes Dokument mit Leistungs-, Anschluss-, Maß- und Zulassungsdaten einer konkreten oder auswählbaren Ausprägung. Es muss aus den führenden Daten reproduzierbar erzeugt werden.

Visual ConfigurationEN: Visual configuration

Konfiguration, bei der visuelle Interaktion und Rückmeldung ein wesentlicher Teil der Auswahl oder Validierung sind. Visuelle Plausibilität ist nicht automatisch technische Baubarkeit.

ZeichnungsableitungEN: Drawing generation

Regel- oder parameterbasierte Erzeugung von Maß-, Fertigungs-, Aufstellungs- oder Angebotszeichnungen aus einem technischen Modell.

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07

Pricing, Angebot und kommerzielle Steuerung

15 Begriffe

Cost-plus PricingEN: Cost-plus pricing

Preisbildung aus einer Kostenbasis zuzüglich definierter Aufschläge. Das Verfahren ist nachvollziehbar, bildet aber Marktwert und Zahlungsbereitschaft nur indirekt ab.

DiscountingEN: Discounting

Anwendung von Rabatten auf Listen-, Ziel- oder Positionspreise. Rabattlogik benötigt Grenzen, Gründe, Berechtigungen, Freigaben und Auswertung der tatsächlichen Preiswirkung.

Dynamisches PricingEN: Dynamic pricing

Daten- oder situationsabhängige Anpassung von Preisen oder Preisleitplanken. Im B2B-Umfeld müssen Erklärbarkeit, Vertragsregeln, Freigaben, Fairness und Reproduzierbarkeit gesichert sein.

Floor PriceEN: Floor price

Definierte Preisuntergrenze, die nur mit besonderer Freigabe unterschritten werden darf. Sie kann aus Kosten, Risiko, Strategie oder Vertragsgrenzen abgeleitet sein.

Hybrides PricingEN: Hybrid pricing

Kombination mehrerer Preislogiken, etwa Kostenuntergrenze, merkmalsbasierte Zuschläge, Zielmarge und value-based Leitplanken. Konflikt- und Prioritätsregeln sind zwingend.

Kalkulation / CostingEN: Costing

Ermittlung erwarteter oder standardisierter Kosten einer Konfiguration. Kosten und Preis sind getrennte Objekte, auch wenn sie für Marge und Freigabe zusammengeführt werden.

MargeEN: Margin

Differenz zwischen Erlös und definierter Kostenbasis, absolut oder relativ. Aussagekraft entsteht erst durch eindeutige Kostenart, Bezugsgröße und Zeitpunkt.

Mark-upEN: Mark-up

Aufschlag auf eine Kosten- oder Basisgröße zur Preisbildung. Mark-up und Marge sind mathematisch nicht identisch und dürfen in Regeln und Dashboards nicht verwechselt werden.

Merkmalsbasiertes PricingEN: Feature-based pricing

Preisbildung aus Merkmalswerten, Optionen, Leistungsparametern oder Kombinationen. Sie verbindet Produktlogik und Preis, erhöht aber Anforderungen an Pflege und Test.

Preis-WasserfallEN: Price waterfall

Transparente Darstellung vom Listen- oder Referenzpreis über Zuschläge, Rabatte, Boni und weitere Effekte bis zum Netto- oder Pocket-Preis.

PreisfreigabeEN: Price approval

Workflow zur Kontrolle von Abweichungen, Rabatten, Margen oder Sonderbedingungen. Gute Freigaben sind risikobasiert und vermeiden unnötige Schleifen.

PricingEN: Pricing

Gestaltung und operative Anwendung von Preislogik, Leitplanken und Governance. Pricing umfasst mehr als Preisberechnung: Segmentierung, Wert, Kosten, Mark-up, Rabatte, Freigaben und Analyse.

Quote-to-CashEN: Quote-to-cash

Durchgängiger Prozess vom Angebot über Auftrag, Lieferung und Abrechnung bis zum Zahlungseingang. CPQ bildet nur einen Teil dieser Kette.

Target PriceEN: Target price

Angestrebter Preis oder Preisbereich für Segment, Kunde oder Deal. Er dient als Leitplanke zwischen Listenpreis, Marktwert, Kosten und Verhandlung.

Value-based PricingEN: Value-based pricing

Preisbildung auf Grundlage des wirtschaftlichen Nutzens und der Zahlungsbereitschaft eines Segments oder Kunden. Sie benötigt belastbare Nutzenargumentation und Differenzierung.

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08

Analytics, Dashboards und Governance

9 Begriffe

DashboardEN: Dashboard

Verdichtete Darstellung entscheidungsrelevanter Kennzahlen, Trends und Ausnahmen. Ein Dashboard ist nur belastbar, wenn Definitionen, Datenquelle, Aktualität und Verantwortlichkeit dokumentiert sind.

Discount LeakageEN: Discount leakage

Nicht beabsichtigter oder unzureichend begründeter Verlust von Preis durch Rabatte, Boni oder Konditionen. Die Analyse benötigt einen vollständigen Preis-Wasserfall.

Hit Rate / Quote ConversionEN: Hit rate / quote conversion

Anteil gewonnener Angebote oder Angebotspositionen. Vergleichbarkeit setzt eine klare Definition von Angebot, Gewinn, Zeitraum und Bezugsmenge voraus.

KPIEN: Key performance indicator

Kennzahl, die Fortschritt oder Ergebnis gegenüber einem Ziel misst. KPIs müssen steuerbar, eindeutig definiert und für die jeweilige Rolle relevant sein.

Margin LeakageEN: Margin leakage

Unbeabsichtigter Margenverlust durch Kostenabweichung, Preisnachlass, nicht berechnete Leistungen oder fehlerhafte Konfiguration.

Price RealizationEN: Price realization

Tatsächlich realisierter Preis im Verhältnis zu einer Referenz wie Liste, Zielpreis oder Preisleitplanke. Die Bezugsgröße muss transparent bleiben.

Pricing GovernanceEN: Pricing governance

Rollen, Regeln, Freigaben, Daten und Kontrollmechanismen für konsistente Preisentscheidungen. Sie verbindet Strategie, operative Anwendung und Analyse.

ReproduzierbarkeitEN: Reproducibility

Fähigkeit, ein historisches Angebot oder technisches Ergebnis mit damaligem Produkt-, Regel-, Preis-, Dokument- und Datenstand nachvollziehbar wiederherzustellen.

Win/Loss-AnalyseEN: Win/loss analysis

Strukturierte Auswertung gewonnener und verlorener Angebote nach Gründen, Segmenten, Preis, Lösung, Wettbewerb und Prozess. Sie darf nicht auf Preis als einzigen Erklärungsfaktor reduziert werden.

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EINORDNUNG

Begriffe werden durch Kontext belastbar

Das Glossar schafft eine gemeinsame Sprache. Marktübersicht, Systemklassen und Auswahlkriterien zeigen, wie die Begriffe in Architektur, Produktlogik und Entscheidungsprozessen zusammenwirken.